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Als Normativität wird die oft fehlerhafte Annahme bezeichnet, dass die Allgemeinheit einer bestimmten Norm folgt. Daraus ergibt sich häufig, dass Individuen, die nicht dieser Norm folgen ignoriert, als fehlerhaft empfunden, unsichtbar gemacht und/oder strukturell diskriminiert werden.

Beispiele für gesellschaftlich verbreitete Normativitäten sind etwa:

  • Hetero-Normativität: Annahme das Menschen im Allgemeinen Heterosexuell sind. Dies marginalisiert u.a. homo- und bi-sexuell veranlagte Menschen und Menschen im Aroace-Spektrum.
  • Endo-Normativität: Annahme das Menschen nur die körperlichen dyadischen Geschlechter haben können (endogeschlechtlich seien) bzw. das Intergeschlechtlichkeit eine unnatürliche, krankhafte und behandlungsbedürftige Abweichung davon sei.
  • Cis-Normativität: Annahme das bei Menschen Gender und das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht übereinstimmen (Cis-Gender seien), häufig verbunden mit der Annahme, es gäbe nur die binären Geschlechter Mann und Frau. Dies marginalisiert u.a. Transpersonen.
  • Allo-Normativität: Annahme das Menschen im Allgemeinen ein Bedürfnis nach sexuellen und romantischen Kontakten haben, also allosexuell und alloromantisch seien. Dies marginalisiert Menschen im Aroace-Spektrum.
  • Mono-Normativität: Annahme das Menschen im Allgemeinen monoamor veranlagt seien, also monogame Partnerschaften eingehen wollen. Dies marginalisiert u.a. polyamore Menschen und Menschen im Aroace-Spektrum.
    • Amato-Normativität: Annahme das Menschen im Allgemeinen eine monogame Partnerschaft über alle anderen Beziehungen priorisieren.
  • Romantisexuelle Normativität: Annahme das alle Menschen romantisexuell veranlagt sind, also das Sex ein Beweis für Liebe sei und Liebesbeziehungen die Vorraussetzung für Sex seien.
  • Homo-Normativität: Dies bezeichnet die Annahme, dass homosexuelle Menschen sich etablierten gesellschaftlichen Normen anpassen sollten, also etwa nur romantisexuelle-monogame Beziehungen eingehen sollten.
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